Die Sache mit den Nichtwählern

Der nachfolgende Text is vor einem Monat in einer Mathevorlesung entstanden. Bisher ist er dadurch nur auf www.piraten-wiesbaden.de und quelle27.blogspot.com veröffentlich worden. Da ich jetzt hier meinen eigenen WordPressblog besitze, hab ich mir gedacht: Posteste mal. Und hier ist er auch schon:

Die Sache mit den Nichtwählern

Gestern abend wars es mal wieder soweit. Ich hab auf der Heimfahrt vom gestrigen Piratenstammtisch einen Nichtwähler getroffen und ich bin gefragt worden warum ich mich ausgerechnet für die Piraten engagiere. Ich hab ihm kurz erklärt das die andern Parteien für mich nicht wählbar sind. Nach einem kurzen Gespräch hab ich ihn dazu gebracht über das von mir gesagte nachzudenken.

Aber erst mal von Anfang an. Was sind Nichtwähler überhaupt? Nun, diese Frage ist schnell und einfach geklärt. Das sind alle die nicht wählen gehen. Allerdings gibt es meiner Erfahrung nach zwei Arten von Nichtwählern, die es zu erreichen gilt. Es gibt zum ersten die Personen die von Politik keine Ahnung haben (vielleicht auch wollen) und sich auch nicht dafür interessieren… (dazu gehört auch meine Freundin 🙁 ). Bei diesen Personen ist es Extrem schwierig sie davon zu überzeugen, warum man wählen gehen sollte und warum das wichtig ist.

Bei der zweiten Gruppe ist dies wesentlich einfacher (auch wenn der Schwierigkeitsgrad weiterhin hoch ist). Zu dieser Gruppe gehörte auch die Person von gestern abend. Diese Gruppe sind die typischen „Politikverdrossenen“. Allerdings präferiere ich hier den Begriff „Parteipolitikverdossen“. Diese Gruppe bekommt durchaus mit was in unserem Land schief läuft und ist der Meinung, man kanns ja eh nicht ändern, also geh ich nicht wählen. Und genau hier müssen die Leute abgeholt werden.  Jede Person die ich treffe und von sich sagt: „Ich bin bekennender Nichtwähler“, den frag ich meistens erst mal warum um diese Person in eine entsprechende Gruppe der Nichtwähler einzuordnen.

Nun ist die Frage noch offen, wie man diese Personen von ihrem Standpunkt aus abholt. Es gilt sie zu überzeugen, dass überhaupt nicht wählen, dass schlimmste ist was man machen kann, da man im Prinzip damit die Politik die den Mist verzapft hat, weiter unterstützt. Daher müssen diese Leute davon überzeugt werden, dass sie wählen gehen. Es gibt genug Möglichkeiten seine Meinung bei einer Wahl auszudrücken, ohne irgendeiner Partei seine Stimme gibt. Man kann seinen Wahlzettel schließlich auf verschiedene Weise ungültig machen. Das einfachste ist sicherlich garkein Kreuz zu machen oder ein großes über den kompletten Zettel zu setzen. Allerdings kann man natürlich auch auf den Zettel schreiben, was einem nicht passt. Das Problem dabei: Das darauf geschrieben, kommt leider nicht dort an wo es ankommen sollte, aber die ungültige Stimme findet trotzdem einfluss in die Statistik. Ein weiteres Problem bei dieser Möglichkeit, ist eine mögliche Zuordnung der Schrift. Allerdings erachte ich das als nicht sehr gravierend, da die Wahrscheinlichkeit sehr klein ist. Vor allem in einer Stadt.

Was bedeutet nun das ungültig machen, des Stimmzettels? Ein ungültiger Stimmzettel ist ebenso eine politische Aussage, wie das Kreuz zusetzen bei Partei XYZ. Auch diese Stimme wird gewertet und fließt in die übliche Wahlstatistik mit ein. Gar nicht wählen gehen, bedeutet daher was anderes. Nämlich das einen das Land gar nicht interessiert und einem auch egal ist was so um einen herum passiert. Mit einer ungültigen Stimme zeigt man zumindest Interesse.

Das ist somit der Punkt an dem die Nichtwähler abgeholt werden müssen. Die Person mit der ich gestern Abend darüber gesprochen hab, sagte: „Ich werde darüber Nachdenken.“ und genau das ist schon mal ein Erfolg. Auch wenn es nur ein kleiner Erfolg ist. Denn viele Nichtwähler hören einem bei sowas nicht mal zu. Wenn man eine Person schon mal soweit hat, zu sagen: Ich denke drüber nach, bekommt man diese Person vielleicht auch irgendwann davon überzeugt eine Partei zu wählen.  Wer weiß.

Mir ist es daher im ersten Schritt bei Nichtwähler nicht wichtig das sie die Piraten wählen, sondern erst mal überhaupt wählen zu gehen. Danach kann man sie immer noch davon überzeugen ihre Stimme uns zu geben 🙂

Also fragt euch bekannte Nichtwähler und überzeugt sie wählen zu gehen und wenn sie den Zettel ungültig machen. Hauptsache sie gehen wählen 😉

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