Schlacht im Netz

Seit geraumer Zeit gibt es einen (bewaffneten) Konflikt im Netz. Diesen könnten man fast als Kriegsähnliche Zustände bezeichnen, was man umgangssprachlich Krieg nennt. Das ganze läuft zwar nur verbal ab, dennoch ist erstaunlich mit anzusehen. Auf Facebook gibt es eine Pro Guttenberg Gruppe die mittlerweile an die 500.000 Leute beherbergt und den Kerl alle wieder haben wollen. Auf Twitter ist es genau das Gegenteil. Mir ist auf Twitter bisher keiner untergekommen, der Guttenberg wieder haben möchte. Ich persönlich finde es allerdings auch sehr schleierhaft wie die Leute unseren Doktor Copy & Paste wieder haben möchten. Selbst das ehemalige Nachrichtenmagazin ist erstaunt über die Beliebtheit von Gutti. Mir persönlich ist Guttenberg zu Aalglatt. Aber mal ein paar Argumente, warum Guttenberg eben NICHT wieder kommen sollte, da er nicht wirklich der angeblich ehrliche Minister war, wie er dargestellt wird.

Das GuttenPlag Wiki hat mittlerweile festgestellt das über 80% der Doktorarbeit von Guttenberg abgeschrieben sind. Jeder Schüler und Student weiß: In Arbeiten und Klausuren müssen 50% der EIGENEN Leistung korrekt sein, sonst ist die Arbeit nicht bestanden. Sollte man beim Abschreiben erwischt werden, ist man für gewöhnlich automatisch durchgefallen. An eigener Leistung besteht für Guttenberg nur noch ein Prozentwert von unter 20. Damit wäre JEDER, aber auch wirklich JEDER durchgefallen. Warum Guttenberg es trotzdem schaffte, ist mir schleierhaft. Vielleicht ist die folgende Info ein Anhaltspunkt: Guttenberg sponsorte seine Uni mit 750.000 €. Der Zufall ist doch erstaunlich, oder?

Desweiteren find ich es erstaunlich wie unsere Kanzlerin an Guttenberg festgehalten hat. Dabei hat sie vor 3 Jahren in ihrem Podcast über das Geistige Eigentum berichtet und das man es schützen sollte. Wenn es also um einen Minister geht, den man behalten möchte ist das Geistige Eigentum also egal, interessant. Um nicht zu sagen: verlogen.

Aber kommen wir mal von den Aktuellen Ergeinissen seiner Doktorarbeit weg. Ich bekomme des öfteren mit das Personen behaupten er hätte alles richtig gemacht in seiner Amtszeit als Minister und man solle das Private (seine Doktorarbeit) von seinem beruflichen (Ministerposten) doch bitte trennen. Deswegen komme ich jetzt mal zu den persönlichen Verfehlungen. Es hat ja bereits bei Kundus angefangen. Dabei lief auch nicht alles glatt. Deshalb hier mal ein Auszug aus der Wikipedia zu diesem Fall: „Guttenberg wurde vorgeworfen, dass er am 26. November 2009 die Entlassung Schneiderhans und Wicherts damit begründet hatte, diese hätten ihn auch auf Aufforderung hin am 25. November 2009 noch Informationen vorenthalten. Aus dem Umfeld Schneiderhans und Wicherts wurde aber am 12. Dezember 2009 berichtet, dass beide den von Guttenberg vorgebrachten Gründen ihrer Entlassung widersprochen hätten. Sie hätten ihn beide damals vollständig und korrekt über den Vorfall und die dazu angefertigten Berichte informiert.[58][59][60] Zu dem Vorwurf Guttenbergs, ihm seien Berichten unterschlagen, also gezielt vorenthalten worden, äußerte Schneiderhan: „Was diesen 25. nachmittags angeht, sagt er die Unwahrheit.“ [61] Erst am 9. März 2010, acht Tage vor der geplanten Aussage von Schneiderhan und Wichert vor dem Untersuchungsausschuss, nahm Guttenberg den Vorwurf der Unterschlagung zurück: „Ich hatte nie den Eindruck, dass seitens General Schneiderhan oder Dr. Wichert vorsätzlich oder böswillig gehandelt wurde“ [62].“

Ich bin ja ehrlich gesagt mal gespannt. 2013 wird im Bund gewählt und in Bayern wohl auch. Ich hab die Vermutung das Guttenberg bei einer der beiden Wahlen wieder auftauchen wird und kandidiert. Sei es als Bayrischer Ministerpräsident oder sogar als Kanzlerkandidat der CSU. Man darf gespannt sein. Selbst die Bild meldet, mit einem Verweis auf die SZ, dass Guttenberg wieder kommt. Die Sache ist nur, wie es gemeldet wurde.

Zum Schluss noch ein Aufruf an die Guttenberg Fans: Schreibt mir in den Kommentaren WARUM ihr Guttenberg so gut findet. Ich möchte fundierte Argumente hören und „Der ist so beliebt und den besten den wir haben“ oder ähnliches lass ich nicht gelten. Jedenfalls nicht alleine. Wenn ihr das schreibt, dann nennt bitte auch Gründe warum ihr das denkt.

Bookmark the permalink.

4 Comments

  1. Da muss ich dich leider enttäuschen: Die Bots, die die Guttenberg-Befürworter-Accounts erstellt haben, werden wohl kaum in der Lage sein, hier Kommentare zu schreiben. Und das einzige, was für Guttenberg sprechen würde, ist Mitleid (also ein Gefühl). Dagegen spricht jedoch viel mehr: Nämlich jegliche Art von Logik.
    1. Wäre Guttenberg Mitarbeiter einer beliebigen Firma, wäre er für den Betrug längst gefeuert worden. Nur die Firma Staat macht das wohl nicht.
    2. „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…“ – Selbst, wenn die Doktorarbeit Privatvergnügen war, zeigt die Kopiermentalität seinen Charakter.
    3. Sich mit erkauften Fans im Amt halten zu wollen, ist ein erbärmliches Unterfangen, doch Guttenberg handelte frei nach dem Motto „Lieber in schande getötet werden als in Würde zu sterben“… und ich zitiere hier mal http://www.shortnews.de: „Tatsächlich wurden von Facebook innerhalb der Gruppe viele Falschprofile gefunden.“

    • Ich geb dir recht, das unter den Facebook Befürworter auch Fakeaccounts sind. Aber ich habe mir die Gruppe mal angeschaut und musste feststellen, dass auch unter meinen Bekannten Leute in dieser Gruppe Mitglied sind und bei diesen Personen kann ich bestätigen, dass sie keine Fakes sind. An die war der Aufruf gerichtet 😉

  2. Und noch eine Anmerkung: Den Satz „Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht“ hat Guttenberg auch kopiert, und zwar aus Star Trek II von Captain Kirk…

    • hmm… zu dem Thema flutschte mir gestern glaube ein Link durch die Twitter Timeline, dass es eben nicht geklaut ist. Ich hab den Link leider nicht mehr und es mir auch nich aufmerksam genug durchgelesen. Daher kann ich da jetzt nich dagegen argumentieren, aber das diesen satz auch abgeschrieben hat/haben könnte las ich gestern häufiger 😀
      Allerdings ist dieser Satz durchaus gebräuchlich. Ich möchte ihm da ausnahmsweise mal keine Absicht unterstellen. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*