Post Privacy und die Spackeria

Heute morgen erschien bei SpOn ein durchaus interessanter Artikel zur Spackeria, der mittlerweile eine Datenschutzdiskussion in der Piratenpartei ausgelöst hat. Erstmal eins vorweg: Ich gehör nicht zu den PostPrivacy Fanatikern, finde den Artikel aber grundsätzlich gut. Weder Julia Schramm noch SpOn haben einen Fehler gemacht. Im Artikel selbst wird nur einmal die Piratenpartei erwähnt, als Julia sagte, dass sie sich bei uns engagiert. Im kompletten Artikel wird nicht einmal erwähnt, dass es sich um die Meinung der gesamten Partei handelt. Somit ist an dem Artikel grundsätzlich nichts verwerfliches. Das passiert erst, wenn einige Leute anfangen, dass als Parteimeinung darzustellen.

Dann muss ich auf Mailinglisten und auf Twitter immer wieder Maßnahmen der Regierung lesen die in diesem Zusammenhang gebracht werden. Da wären z.B. VDS, ELENA, SWIFT, INDECT, etc. und genau hier gelangen wir an einen Punkt an dem es meines Erachtens gefährlich wird und man trennen sollte. Die Spackeria zielt auf den reinen privaten Datenschutz bzw. den Umgang mit den eigenen und persönlichen Daten. ELENA, VDS u. ä. zielen auf eine von oben verordnete Datensammlung und Preisgabe und sind hier strikt zu trennen.

Sicherlich fällt der Umgang bei PostPrivacy letzten Endes auch ins Datenschutzgesetz, da die Daten ja bei irgend einem Anbieter landen. Sei es jetzt Google oder Facebook. Aber auch hier möchte ich auf einen Unterschied hinweisen. Die Daten die der Nutzer online stellt, sind von ihm gewollt online gestellt worden und fallen somit unter die Informationelle Selbstbestimmung. Wenn ein Anbieter die Daten nun weitergibt gilt eben nicht mehr die Informationelle Selbstbestimmung, sondern entsprechende Datenschutzgesetze. Persönliche Daten sind nun mal persönlich.

Wenn die Spackeria nachdem PostPrivacy Phänomen leben möchte sollen sie es tun, aber bitte bitte, schreibt niemandem anderen vor es auch zu tun. Sowas versuchte bereits die Kirche und Religionen bin ich eher abgeneigt. Wenn ihr Leute dazu bewegen möchtet auch PostPrivacy zu leben, lasse ich euch diese Freiheit. Informiert sie was die Vorteile sind, aber verschweigt bitte nicht die Gefahren die dabei entstehen können. Julia Schramm hat kein Problem damit, dass ein möglicher Chef im Internet herrausfindet, dass sie für die Piraten aktiv ist. Ich auch nicht, aber andere vielleicht schon. Ich kenne Piraten die bei einer Bundesbehörde arbeiten und damit ein ganz großes Problem hätten. Aber auch ich empfehle jedem sich zu überlegen, was er da tut und das er bei bestimmten Sachen aufpassen sollte. Die berühmten Partybilder zum Beispiel. Getreu dem Motto: Denk Selbst!

Sollten Daten von einem bei sozialen Netzwerken auftauchen, z.B. unschöne Bilder, dann lässt sich die Verlinkung zu den entsprechenden Bildern meistens ohne Probleme wieder löschen. Deswegen sollten sich alle Beteiligten den entsprechenden Schritt überlegen. Sicherlich ein weiteres Problem dazu ist, das gerade Schüler und Jugendliche damit nicht unbedingt umzugehen wissen. Allerdings würde ich hier Aufklärung fordern und zwar von allen Seiten. Die Schule kann und sollte eine Rolle spielen, die Eltern natürlich auch. Aber natürlich müssen auch wir Piraten, darunter zähl ich bewusst jetzt alle, dazu beitragen, dass Leute aufgeklärt werden. Dazu kann auch die Spackeria ihren Teil beitragen.

Die Debatte hat mir bisher jedenfalls eins gezeigt: eine Mehrheit für PostPrivacy scheint so ohne weiteres nicht möglich. Und nun, zerreisst mich 😀

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One Comment

  1. PostPrivacy Anhänger sind entweder total naiv, oder dumm. Negative Auswirkungen werden verkannt oder nicht ernst genommen. Der Schaden für die Gesellschaft ist um ein mannigfaches größer als der mögliche Nutzen. PostPrivacy muss im Keim erstickt werden.

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