Windkraft in Aarbergen

Gestern abend fand in Aarbergen wieder die Gemeindevertretersitzung statt. Hauptstreitpunkt war das Thema Windkraft. Darüber wurde ne gute Stunde diskutiert. Um genau zu sein ging es darum im Waldgebiet von Pandrod zusammen mit Hünstetten und Hünfelden 3 bis 4 eigene Windräder aufzustellen.

Einig waren sich alle Fraktionen darüber, dass zu diesem Thema die Bürger Aarbergens befragt werden sollen. Da im Antrag auch noch drinne Stand, dass nicht nur Panrod geprüft werden soll, sondern auch noch ergebnisoffen weitere Standorte geprüft werden. Im ürsprünglichen Antrag war allerdings noch nichts von Bürgerbefragung enthalten, dass wurde erst später nach einer Diskussion aufgenommen.

Die CDU Fraktion hätte gern nur die Windräder in Panrod und eine Infoveranstaltung dazu. Sie lehnte daher den Antrag der SPD ab. Die Grünen und die SPD stimmten für den Antrag nachdem noch einmal kurz gefragt wurde, ob eine Bürgerbefragung stattfinden sollte und wie dies geschehen sollte. Daraufhin wurde erst mal eine Sitzungsunterbrechung beantragt und sich beraten. Am Ende kam heraus, dass diese Bürgerbefragung in Form einer Infoveranstaltung für Gesamtaarbergen durchgeführt werden. Das wurde am Ende auch angenommen.

Aber seien wir mal ehrlich: Bürgerbefragung in form einer Infoveranstaltung?? Für mich sieht das anders aus. Ich hätte gern eine RICHTIGE Befragung, also mit Stimmzettel und einer Ja und Nein Möglichkeit. Also wenn schon eine Bürgerbeteiligung, dann doch bitte richtig. Das würde in diesem Fall bedeuten: Eine Befragung für ganz Aarbergen, aber bitte getrennt nach Ortsteilen. Die entsprechende Frage sollte einmal Allgemein gehalten sein, also z.B. „Wollen Sie Windkraftanlagen in Aarbergen?“ und zum einen sollte nach einem bestimmten Standort gefragt werden. Also z.B. „Wollen Sie im Waldbereich von Panrod Windkraftanalgen?“. Allerdings sollte bei letzterem dann die Anwohner des betroffenen Dorfes besonders berücksichtigt werden.

Insgesamt machte die gestrige Diskussion auf mich folgenden Eindruck: Energiewende, ja auf jedenfall. Auch gern mit Windrädern, aber letztere doch bitte nicht vor meiner Haustür.

UPDATE: hier noch der Artikel zum Thema aus dem Wiesbadener Tagblatt

Bookmark the permalink.

4 Comments

  1. Also die Fairste Lösung wäre, wenn jeder mit Ja/Nein für generelle Windkraft stimmen könnte und die Anwohner nahe eines bestimmten Standortes zusätzlich für Ja/Nein für diesen Standort. Denn wenn alle nahe Standort 1, 2 und 3 sagen, sie wollen bei Standort 4 eine Windkraftanlage, wo jedoch die wenigsten Anwohner von STandort 4 diese dort wollen, dann ist das wieder unfair.

    Ich kann ja auch nicht sagen, ich möchte den Atomausstieg, jedoch nicht in Deutschland sondern den USA.

  2. Was bedeutet die Aussage => Nicht vor meiner Haustür => mal darüber reflektiert.

    Was bedeutet die Aussage die gerne als Vorwurf formuliert wird „Nicht vor meiner Haustür“ im Rahmen einer allgemeinen Bürgerbefragung oder einem Bürgerbegehren wie es die CDU jetzt anstrebt?

    Alle an der Abstimmung teilnehmenden Bürger, die nicht direkt von einem möglichen Standort betroffen und beeinträchtigt sind, z.B. in der Ortsmitte, können ja locker mit Ja stimmen, denn sie haben die Windkraftwerke (Kraftwerk = Industrie) ja sowieso nicht vor ihrer Haustür – also im Prinzip gilt hier auch – „Ja gerne, denn ich hab sie ja nicht vor meiner Haustür“.

    Dieser Vorwurf an die Standortkritiker, zieht also nicht wirklich.

    • Bitte noch mal den Artikel lesen. Ich habe es gesagt, dass mir die Diskussion so vorkam 😉 Aber wo wir grad beim Thema sind, geistert grade ein schönes Bild durchs Netz. 🙂
      Argumente dagegen

  3. Ich finde Max Idee am ansprechendsten als Lösung, wobei man das ganze vereinfachen könnte:
    Den Bürgern wird ein Wahlzettelchen gegeben, auf dem erscheinen die genauen Standorte der Anlagen. Darunter eine Wahlmöglichkeit: Windkraft JA oder NEIN. Wenn ich Max richtig verstanden habe, so würde ein Wahlzettel bei ihm so aussehen:

    Sind sie für eine Windkraftanlage bei Standort A: Ja/Nein
    Sind sie für eine Windkraftanlage bei Standort B: Ja/Nein
    Sind sie für eine Windkraftanlage bei Standort C: Ja/Nein
    Sind sie für eine Windkraftanlage bei Standort D: Ja/Nein

    Demnach könnte man schaun ob man als Anwohner dort Spaß dran hat oder eben nicht.
    Meiner Idee nach würde es dann so aussehn:

    Zur Diskusion stehen Standort A, Standort B, Standort C, Standort D.

    Sind sie für Windkraftanlagen an den genannten Standorten? Ja/Nein

    Der Unterschied währe: Bei Max würden Anwohner von Standort A für Standort B C und D stimmen, wenn sie denn interessiert wären, jedoch nicht in der unmittelbaren nähe wohnen würden. Würde man diese Umfrage nun allgemein halten, so würden sich Anwohner von Standort A, Standort B, Standort C und Standort D darüber im klaren werden: bin ich FÜR Windkraftanlagen? Bin ich auch noch dafür, wenn es in meiner Nachbarschaftliegen würde? Bin ich komplett dagegen?
    Man würde so gesehen nicht mehr den „Schwarzen Peter“ unter den Standorten hin und her schieben und hätte mit einem einzigen Zettel ein Meinungsbild und ggf. auch die Entscheidungsfreiheit wo ein Windrädchen hinkommt. Man müsste nicht unterschiedliche Wahlen, Bürgerbefragungen etc. durchführen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*