EBS verrechnet sich

Herzlichen Glückwunsch liebe EBS. Am Samstag ist die offizielle Eröffnung der EBS Law School. An dieser können nach Angaben des Kuriers gerade einmal 88 Studenten teilnehmen. Mehr sind nämlich gar nicht eingeschrieben und das obwohl die EBS offiziell mit 200 und intern mit 170 Studenten gerechnet hat. Dadurch hat die EBS nun ein großes Defizit in der eignen Kasse. Wenn ich jetzt gehässig wäre, könnte ich sagen: „Tja geschieht euch recht“, aber das wäre nicht weit genug gedacht. Zwar ist die EBS immer wieder in die Schlagzeilen geraten durch den ehemaligen Präsident Jahns und die Veruntreuung von öffentlichen Gelder, aber dennoch hat dieses Teil massiv Kohle bekommen. Was würde passieren, wenn die EBS pleite geht und alles schließen muss? Das würde wohl bedeuten das 70 Millionen (davon ist noch nicht alles ausbezahlt) für die Füße investiert wurde. 70 Millionen die den öffentlichen Schulen in Wiesbaden und Hessen viel besser genutzt hätten. Es gibt immer noch genügend Schulgebäude die eigentlich unbenutzbar sind, weil sie teilweise Einsturzgefährdet sind.

Außerdem gibt es dieses Jahr die ersten G8/G9 Abgänger. [Update] Hessen ist noch nicht dran, aber andere Bundesländer bereits jetzt schon [/Update] Also zwei Schuljahrgänge die dieses Jahr an die Hochschulen strömen (+ die Leute die normalerweise Wehr- oder Zivildienst geleistet hätten). Davon haben die wenigstens 11.000 € im Jahr um auf die EBS zu gehen. Also bleiben nur die staatlichen Hochschulen. Allerdings fehlt genau denen das Geld. Kleiner Fun Fact diesbezüglich der mir gestern erzählt wurde: Die Uni Frankfurt kann keine weiteren Studienplätze schaffen, weil die Tiefgarage der EBS vorrang hat(te). Dies wurde jemandem bei der Studienberatung an der Uni Frankfurt tatsächlich so erzählt.

Ich würde mir wünschen, wenn die EBS keine weiteren Zahlungen mehr vom Land bekommt und stattdessen lieber in die Bildung aller investiert wird, statt in die Bildung der Geldelite. Die OECD hat in ihrer Bildungsstudie festgestellt, dass in Deutschland nur etwa jeder vierte (26%) einen Hochqualifizierenden Abschluss hat. Das mag sich im vergleich von vor einigen Jahren gebessert haben, ist aber im Vergleich zu Japan (56%) oder Südkorea (63%) doch eher schwach. Also liebe Regierung steckt mehr Geld in die Bildung aller und nicht nur in die der Geldelite, die es sich eh leisten können.

Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*