Beteiligungverständnis der CDU Wiesbaden

Nachdem ende letzter Woche die CDU in Wiesbaden schon in die Kritik geraten ist, weil sie Abgeordnetenwatch prophylaktisch mit einer Klage droht, kam es gestern sogar noch besser. Gestern fand die letzte Sitzung des Ausschusses für Bürgerbeteiligung statt. Zu Beginn der Sitzung findet regelmäßig eine Bürgerfragestunde statt. In dieser wurden die Anwesenden Mitglieder nach der Unterschrift unter Ihrem schreiben an Abgeordnetenwatch angesprochen. Da der eigentliche Ausschussvorsitzende nicht da war, antwortete ein anderes CDU Mitglied damit, dass das hier im Ausschuss eigentlich nicht zu suchen hat. Er aber gerne bereit ist, im Anschluss der Sitzung alles in einem persönlichen Gespräch zu klären. Wobei der Bürger eine schöne Spitze gegen die CDU fallen lies. „Ok, dann komm ich nachher mit ins Hinterzimmer“. Das war der erste Vorfall, indem ich mir das lachen in dieser Ausschusssitzug verkneifen musste.

Aber das war noch harmlos. Es geht noch besser. Unsere Fraktion stellte einen Antrag, dass alle Stadtverordnete eine E-Mail Adresse in folgender Form erhalten: vorname.nachname@wiesbaden.de. Dies könne auch gern als Weiterleitung auch eine bereits vorhandene Adresse genutzt werden. Dieses Vorgehen soll die Kommunikation der Bürger mit ihrem Stadtverordneten vereinfachen. So war jedenfalls der Plan. Aber wer hätte es gedacht, dass ist natürlich nicht im Sinne der CDU. Wie kann den auch ein Bürger auf die Idee kommen, mit ihnen in Kontakt zu treten. Das kann doch keiner wollen. Mana wurde für 5 Jahre gewählt, lasst sie auch so lange in Ruhe. So könnte man jedenfalls die Reaktion interpretieren.

Die Gründe für die Ablehnung der E-Mail Adresse ist jedenfalls in meinen Augen absolut fadenscheinig. Die CDU sagte folgendes: „Viele meiner Kollegen lehnen eine solche E-Mail Adresse aus Datenschutzgründen ab“. Ehm… bitte was??? Datenschutzgründen bei E-Mail Adressen?? WTF? Warum schreiben sie dann ihre Namen unter Briefe (siehe abgeordnetenwatch.de)? und was zur Hölle steht auf deren Briefkasten? Bekommen Sie überhaupt Post, oder lehnen sie das auch aus Datenschutzgründen hab? Fragen über Fragen, die wohl nicht mal die CDU wirklich beantworten kann. Wobei ich mir die Antwort schon denken kann: „DAS ist doch was völlig anderes!“ Ja, ne, is klar.

Nachdem die CDU sich dazu geäußert hat, durfte dann noch mal ein Mitarbeiter der Verwaltung was zu sagen. Dieser ging natürlich direkt auf die Kosten ein. Technisch wäre die Sache kein Problem, aber es gehe nicht umsonst. Das war der erste Punkt an dem ich mich wunderte. Wiesbaden hat min. einen Server und ich bezweifle, dass das ein vServer ist, in dem eine E-Mail Beschränkung vorhanden ist, daher ist das Argument schon mal Bullshit. Aber dann kommt der Knüller: Der Herr von der Verwaltung sagte, dass eine solche E-Mail Adresse 5 € pro Person im Monat kosten wird. Was absolut überteuert ist und in meinen Augen schlicht Geldmacherei. Aber gut. Leider kann ich nicht sagen, ob das Geldargument, bei der Ablehung des Antrages eine Rolle gespielt hat. Die 4860 € im Jahr sind im Vergleich zu den Ausgaben die, die Stadtverordneten sonst so beschließen sind das absolute Peanuts. Generell halte ich 5000 € in einer Stadt wie Wiesbaden für Peanuts. Es werden schließlich Millionen für verschiedene Prestigeprojekte rausgeschmissen, darunter seien genannt: Platz der deutschen Einheit, HSK, Stadtbahn, RheinMain-Hallen. Nur um mal ein paar zu nennen.

Alles in allem, zeigt das Verhalten der Wiesbadener CDU doch letztendlich was ihnen wichtiger ist. Bürger gehören jedenfalls nicht dazu.

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One Comment

  1. Das failt echt auf so vielen unterschiedlichen Ebenen! Man weiß garnicht wo man anfangen soll!

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