Windenergie im Rheingau

Der AudiMax in Geisenheim, in dem die Veranstaltung stattfand, war gut gefüllt. Es interessiert die Bürger also. Nach einer kurzen Eröffnung durch den Campusleiter hielt Herr Brans vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen Vortrag über die Akzeptanz der Windenergie in Deutschland und Hessen im Allgemeinen. Herr Brans ging auch auf aktuelle Entwicklungen ein und sagte, dass es geplant sei 2% der hessischen Landesfläche mit Windkraftanlagen auszustatten. Aktuell sind es um die 0,3%. Der Rheingau-Taunus-Kreis ist davon natürlich auch betroffen, da er eine der windhäufigsten Regionen in Hessen ist. In Hessen gibt es zur Zeit ca. 660 Windkraftanlagen (Stand Ende 2011), bis 2050 sollen das 2500-3500 werden. Dies kommt auf den Standard an. Je größer die Anlage, desto mehr Energie kann dort heraus geholt werden, desto weniger Anlagen werden benötigt.

Herr Brans hat auch aufgezeigt, wie es mit dem „Oil Peak“ ist. Es ist ja allgemein bekannt, dass diese Ressourcen endlich sind. Dazu hatte er eine Folie. In der nachfolgenden Folie zeigte er auf, wie die Ölnutzung im Vergleich zu allen Hochkulturen der Geschichte der Welt ist. Dort ist zu sehen, dass die Ölnutzung nur ein kurzer aber heftiger Ausschlag ist. Da er nicht weiß, wann diese Ressourcen tatsächlich endlich aufgebraucht sind hat er auf diese Zeitrechnung noch 300 Jahre drauf gerechnet. Dennoch ist es nur ein kurzer Ausschlag. Die Konsequenz daraus ist natürlich die Umstellung auf erneuerbare Energien, und das möglichst bald. Herr Brans zeigt aber auch an einer Folie sehr deutlich, dass eine solche Umstellung kein Problem darstellt und es ohne weiteres möglich wäre, den gesamten Energiebedarf der Welt aus erneuerbaren zu decken.

Gegen Ende des Vortrages zeigte er noch ein paar Standardargumente des Contralagers und versuchte, diese möglichst zu entkräften. Dabei ist es ihm gelungen professionell, neutral und sachlich zu bleiben, obwohl er klar sagte, dass er für die Windkraft ist und dass es keinen Weg drumherum gibt. Abschließend zeigte er noch auf, welche Energieform welche Kosten verursacht. Dabei zeigte er einen Preisanstieg von ca. 1900€ im Energieverbauch zum Vergleich von 2009 und 2011. An dieser Preissteigerung sind die erneuerbaren Energien mit insgesamt 56 € beteiligt. Damit endete er dann auch.

Als nächstes ging es dann in eine Diskussionsrunde, die den Namen eigentlich nicht verdient hat. Herr Bock von der FAZ hat das ganze moderiert und fungierte dabei auch als kritischer Fragesteller, der Contra Windkraft spielen musste. Es wurde nämlich versucht verschiedene Interessengemeinschaften die Contra Wind aktuell im RTK agieren einzuladen, aber niemand hat einen Vertreter entsendet. Daher konnten die beiden Diskutanten (Herr Norgall vom BUND Hessen sowie Herr Keilen vom Klimaschutzministerium Rheinland-Pfalz) jeweils ganz stark pro Windkraft argumentieren. Dabei war festzustellen, dass beide Personen sich in weiten Teilen einig waren. In einzelnen Detailfragen gab es etwas differenzierte Meinungen, das jeweilige Gegenüber konnte sich aber dennoch damit anfreunden.

In der Diskussionsrunde wurden schließlich verschiedene interessante Aussagen getroffen. Darunter, dass der BUND eine umweltverträgliche Energieerzeugung für absolut wichtig hält und die dadurch entstehenden Schäden im Vergleich zu anderen hinnehmbar sind. Wir brauchen eine umweltfreundliche und sichere Energieerzeugung. Das ist dezentral am besten zu erreichen. Außerdem hält der BUND den festgelegten Mindestabstand von 1000m zu Siedlungen für eine politische Zahl. 750m würden ausreichen.

Von seiten Herr Keilens wurde ebenfalls gesagt, dass die Energieerzeugung dezentral und in den Regionen selbst erzeugt werden müsste. Die Erfahrung zeige, dass diese Regionen zu den reichsten Regionen im Land gehören. Ziel in RLP ist es, die Energie zu 100% aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. 70% davon sollen aus der Windenergie kommen.

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