40 Jahre Fachhochschulen in Hessen

Im Dienstag Nachmittag war im Wiesbadener Kurhaus der Festakt „40 Jahre Fachhochschule in Hessen“. Zu diesem Festakt war eigentlich unser Stadtverordneter Hendrik Seipel-Rotter geladen. Leider hatte er zu diesem Termin keine Zeit, daher fragte er mich, ob ich ihn dort nicht vertreten möchte. Nach einer kurzen Klärung, des wann, wo und wies hab ich mich dazu entschlossen diese Veranstaltung zu besuchen.

Auf der Veranstaltung angekommen, fand erst mal ein allgemeines Geplänkel statt. Wer ist da, mit wem spricht man mal ne Runde bis es dann um 15 Uhr tatsächlich los ging. Es hielten mehrere Personen eine unterschiedlich lange Rede. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Präsident der Hochschule RheinMain, Herrn Prof. Dr. Reymann. Nach ihm sprach ein Studentischer Vertreter, der im übrigen auch der einzige war der Kritische Aussagen getätigt hat. Aber ich hab ehrlich gesagt nichts anderes erwartet.

Anschließend haben noch gesprochen: Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Frau Eva Kühne-Hörmann, Herr Prof. Dr. Clemens Klockner (ehemaliger Präsident der Hochschule RheinMain). Er hat ne gute halbe Stunde über die Historie der ganzen Sache gesprochen. Ich wäre fast eingeschlafen. Zu guter letzt hat noch Herr Karl-Heinz Steibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, gesprochen. Anschließend beendete Herr Reymann die Veranstaltung wieder und es gab im Foyer noch Häppchen, Sekt und O-Saft. Dort wurden schließlich noch einige Gespräche geführt und jeder ging wieder seiner Wege.

Ich persönlich führte noch ein Gespräch mit dem Studentischen Vertreter, der zur Veranstaltung gesprochen hat und bat ihn mir doch sein Transkript bzw. seine Kritikpunkte zu schicken, sowie ein kurzes Gespräch mit Herrn Reymannm, bzgl der Kameraüberwachung am Campus „Unter den Eichen“

Neues von der EBS

Eigentlich sollte ich ja für mein Studium was tun, aber wenn ich so was schon wieder lese kommt mir die Galle hoch. Die EBS wird ja nun auch seit geraumer Zeit von mir kritisiert und je mehr ich lese desto mehr sage ich mir auch: Mit Recht! Nicht nur das diese Elitehochschule auch bei Studententen ziemlich unbeliebt ist (88 von 200 möglichen), bzw. deren Eltern sich die EBS vielleicht nicht leisten können (5-6000 € pro Semester), nein, auch werden seit geraumer Zeit öffentliche Gelder veruntreut in diesem Laden. Nach und nach kommen einzelne Posten dazu raus. Erst war der mittlerweile zurückgetretene Präsident Jahns der Gelder der Hochschule an seine in der Schweiz ansässige Firma geschleust hat (deswegen wurde er zwischenzeitlich sogar verhaftet und angeklagt, aber wieder freigelassen), in der Zwischenzeit musste die Hochschule 950.000 € an das Land Hessen zurückzahlen und nun werden weitere Stimmen laut, dass das noch nicht alles war. In dem oberen Bericht vom Kurier dementiert die EBS zwar das die dort genannten 30.000 € nicht vom Staat gezahlt worden, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es dabei um die Hochschuleigenen Mittel handelt die dafür eingesetzt wurden.

Aber der Fall zeigt ganz deutlich, wie mit der allgemeinen Bildung in umgegangen wird. Einerseits bekommt eine Elitehochschule deren Semestergebühren für den Otto Normalverdiener nicht bezahlbar sind, mehrere Millionen an Förderung während gleichzeitig an den  Ausgaben im öffentlichen Bildungssektor gespart wird. 30 Millionen beim letztjährigen Hochschulpakt. Außerdem müssen in Wiesbaden zum Beispiel Schulen geschlossen werden, da sie Einsturzgefährdet sind  und andere Schulen haben keine funktionierende Heizung mehr, sodass die Schüler frieren müssen. Solche Probleme wird die EBS sicherlich nicht bekommen. Den es ist ja die Geldelite die dort bereits beherbergt ist und sich weiter aufbaut. Wenn es da an etwas fehlt springt zur Not der liebe Staat ein. In diesem Sinne: Ich hab Puls und

KLARMACHEN ZUM ÄNDERN!

Schüler müssen frieren

Mir wurde der Fall bereits letzten Donnerstag geschildert. Am Samstag war schließlich ein Artikel im Kurier. Auf der Riederbergschule (eine Grundschule) müssen die Schüler frieren, weil die Heinzanlage im Eimer ist. Dort hat sich wohl auch schon länger nichts mehr getan, den bereits im letzten Jahr musste der Unterricht bei 15° in Jacken stattfinden. Die Schulleiterin hat bereits angekündigt, dass im Falle des Ausfalls der Heizanlage, die Schüler zusammen mit ihr ins Rathaus gehen werden. Was ich für eine Außerordentlich gute Idee halte. Durch den genannten Sachverhalt stellen sich mir dazu ein paar Fragen, deren Beantwortung mich brennend interessieren würde:

  • Warum lies das Schulamt es im letzten Winter zu, dass Grundschüler in einem 15 Grad kalten Klassenraum unterrichtet werden mussten?
  • Warum schafft es das Schulamt nicht, die schon lange marode und überalterte Heizanlage auszutauschen?
  • Sollte die Heizung tatsächlich ausfallen und die Rektorin ins Rathaus gehen, ist dann ein Raum vorhanden, der genutzt werden kann, oder müssen die Kindern sich in den Fluren aufhalten?
  • Ist im Falle eines Standortwechsels (z.B. ins Rathaus) die Versorgung der Schüler gewährleistet(warme Getränke u.ä.)?
  • Warum wird der EBS massiv Kohle in den Hintern geblasen, während Grundschüler frieren müssen?

Vielleicht kann man mir die Fragen ja durch den Ortsbeirat im Westend oder durch den Ausschuss Schule und Kultur beantwortet werden. Wahrscheinlich bin ich nicht der einzige den das interessiert.

EBS verrechnet sich

Herzlichen Glückwunsch liebe EBS. Am Samstag ist die offizielle Eröffnung der EBS Law School. An dieser können nach Angaben des Kuriers gerade einmal 88 Studenten teilnehmen. Mehr sind nämlich gar nicht eingeschrieben und das obwohl die EBS offiziell mit 200 und intern mit 170 Studenten gerechnet hat. Dadurch hat die EBS nun ein großes Defizit in der eignen Kasse. Wenn ich jetzt gehässig wäre, könnte ich sagen: „Tja geschieht euch recht“, aber das wäre nicht weit genug gedacht. Zwar ist die EBS immer wieder in die Schlagzeilen geraten durch den ehemaligen Präsident Jahns und die Veruntreuung von öffentlichen Gelder, aber dennoch hat dieses Teil massiv Kohle bekommen. Was würde passieren, wenn die EBS pleite geht und alles schließen muss? Das würde wohl bedeuten das 70 Millionen (davon ist noch nicht alles ausbezahlt) für die Füße investiert wurde. 70 Millionen die den öffentlichen Schulen in Wiesbaden und Hessen viel besser genutzt hätten. Es gibt immer noch genügend Schulgebäude die eigentlich unbenutzbar sind, weil sie teilweise Einsturzgefährdet sind.

Außerdem gibt es dieses Jahr die ersten G8/G9 Abgänger. [Update] Hessen ist noch nicht dran, aber andere Bundesländer bereits jetzt schon [/Update] Also zwei Schuljahrgänge die dieses Jahr an die Hochschulen strömen (+ die Leute die normalerweise Wehr- oder Zivildienst geleistet hätten). Davon haben die wenigstens 11.000 € im Jahr um auf die EBS zu gehen. Also bleiben nur die staatlichen Hochschulen. Allerdings fehlt genau denen das Geld. Kleiner Fun Fact diesbezüglich der mir gestern erzählt wurde: Die Uni Frankfurt kann keine weiteren Studienplätze schaffen, weil die Tiefgarage der EBS vorrang hat(te). Dies wurde jemandem bei der Studienberatung an der Uni Frankfurt tatsächlich so erzählt.

Ich würde mir wünschen, wenn die EBS keine weiteren Zahlungen mehr vom Land bekommt und stattdessen lieber in die Bildung aller investiert wird, statt in die Bildung der Geldelite. Die OECD hat in ihrer Bildungsstudie festgestellt, dass in Deutschland nur etwa jeder vierte (26%) einen Hochqualifizierenden Abschluss hat. Das mag sich im vergleich von vor einigen Jahren gebessert haben, ist aber im Vergleich zu Japan (56%) oder Südkorea (63%) doch eher schwach. Also liebe Regierung steckt mehr Geld in die Bildung aller und nicht nur in die der Geldelite, die es sich eh leisten können.

Whistleblowerschutz ist wichtig

Es gibt aktuell in Wiesbaden eine Fall warum Whistleblowerschutz wichtig ist. Ich habs gestern schon mal getwittert, aber heute blogge ich noch mal darüber.

Erst einmal kurz zur Erklärung was Whistleblower eigentlich sind. Wikipedia sagt dazu:

Ein Whistleblower (vom Englischen to blow the whistle; auf Deutsch wörtlich: „die Pfeife blasen“) bzw. Hinweisgeber ist ein Informant, der Missstände wie illegales Handeln (z. B. Korruption, Insiderhandel und Menschenrechtsverletzungen) oder allgemeine Gefahren, von denen er an seinem Arbeitsplatz oder beispielsweise bei einer medizinischen Behandlung erfährt, an die Öffentlichkeit bringt.

Was Whistleblower tun ist im letzten Jahr durch Wikileaks bekannt geworden und genau so einen Fall gibts jetzt auch in Wiesbaden. Für Wikileaks ist er wahrscheinlich nicht geeignet, dafür ist er zu klein. Aber dennoch sollte darüber gesprochen werden. Konkret gehts um Mitarbeiter der EBS. Wie das Tagblatt am Mittwoch berichtete, geht es um „eine Mitarbeiter-Verschwörung“ gegen den Ehemaligen Präsident der EBS, der mittlerweile zurückgetreten ist und gegen den wegen Veruntreuung von öffentlichen Geldern von der Staatsanwaltschaft im Nacken sitzt. Ein Haftbefehl wurde ja bereits erlassen wurde aber ausgesetzt.

Das Tagblatt schreibt, dass diese „Verschwörung“ auf Hass zurück zu führen ist. Hass auf Jahns. Das liest sich beim Tagblatt so:

Ein Motiv der Verschwörer war nach den Dienstag bekannt gewordenen Informationen Hass auf Jahns. Der Präsident habe nur auf Wachstum gesetzt, die wissenschaftliche Exzellenz aber vernachlässigt.

Das Mitarbeiter ihre Vorgesetzten nicht leiden können, soll ja vorkommen. Auch Hass mag vorkommen. Aber ich wage zu bezweifeln, dass Hass tatsächlich das Hauptmotiv ist. Ich glaube eher das es sich um das Ergebnis der Arbeit von Jahns handelt. Jahns hat scheinbar nicht die Lehre in den Vordergrund gesetzt. Daher kann ich den Mitarbeiter, der das ganze aufgedeckt hat voll und ganz verstehen. Ich befürworte dieses Handeln sogar. Das Problem dabei ist: Der Mitarbeiter wechselt jetzt seinen Arbeitsplatz. Aber müsste das sein? Hätte der Mitarbeiter nicht einfach unbekannt bleiben und weiter an seinem Arbeitsplatz bleiben können? Wenn er das nicht möchte ist das eine Sache, aber da sein Name mittlerweile bekannt ist, hat er keine große Zukunft mehr an dieser Hochschule.

Wir brauchen in Deutschland dringend wirksamen Whistleblowerschutz, damit mehr solcher Sachverhalte, wie es bei der EBS geschehen ist, aufgedeckt werden. Immerhin soll sie bis jetzt bis zu 800.000 € zurückzahlen.

EBS muss Kohle zurückzahlen

Die EBS (European Buisness School) die  sogar Deutschlandweit in Kritik geraten ist und auch von mir schon mehrfach hier im Blog erwähnt wurde, mit mehreren Artikeln. Muss jetzt von den insgesamt 70 Millionen die sie bekommen soll (davon sind 17 bereits ausgeschüttet) 800.000 € zurückzahlen. Mein Kommentar zu der Geschichte der Zurückzahlung ist zweischneidig. Zum einen sage ich: Na Endlich! Den der ehemalige Präsident steht weiterhin unter verdacht der Veruntreuung von öffentlichen Geldern. Zum andern sage ich: nur 800.000 €? Irgendwie glaub ich nicht daran, dass „nur“ 800.000 veruntreut wurden.

Ich fordere eh schon seit langem, dass die EBS keinen Cent mehr bekommt. Das Geld ist in öffentlichen Schulen und Hochschulen (die im übrigen letztes Jahr 30 Millionen Kürzungen hinnehmen mussten in Hessen) viel besser aufgehoben. Aber scheinbar möchte man eine neue Obrigkeit etablieren, so das eine Elitenbildung gefördert wird. Das kann und darf nicht sein.

Ach ja. Der oben verlinkte Text ist vom letzten Mittwoch. Ich kam bisher nich dazu, was zu schreiben. Verzeiht! ^^

JMStV-Tagung der Hessischen Grünen

Am Freitag war ich auf einer Tagung die die Hessischen Grünen organisiert haben. Diese Veranstaltung fand in den Räumen des Hessischen Landtags statt. Thema der Veranstaltung war „Moderner Kinder- und Jugendschutz – Wie geht das?“. Es waren Vertreter aus allen Bereichen dort. Parteien, Aktivisten, Blogger, Lobbyisten, Lehrer, Interessierte die in diesem Bereich tätig sind. Wahrscheinlich hab ich jetzt eh nen paar vergessen. Aber egal.

Die Veranstaltung war in zwei Teile gegliedert: Der erste Teil fand morgens statt und es ging um „Kinder- und Jugendschutz“. Zuerst gab es eine Einführung von Joachim von Gottberg. Er ist Geschäftsführer bei der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen. Er hat den Teilnehmern kurz erklärt wie das eigentlich mit dem Kinder- und Jugendschutz in der Praxis abläuft. Das ganze dauerte auch nur eine Viertelstunde. Aber er sagte etwas sinniges „Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, Jugendschutz im Internet mit Wegsperren zu realisieren“. Das ist eine der Sachen die Kritiker des JMStVs (Jugendmedienschutz-Staatsvertrag) schon lange auf den Plan brachte.

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Wenn Eltern Aufgaben der Stadt übernehmen

Vor etwa einer Woche las ich einen Artikel im Wiesbadener Tagblatt über die IT Firma itech. Es ging darum, dass der Geschäftsführer seine Tochter einschulen wollte und sich daraufhin auch mal die PC-Technik der jeweiligen Schule angesehen hat. Dabei stellte er fest, dass die Systeme hoffnungslos veraltet waren. Dadurch gründete er mit weiteren Mitarbeitern seiner Firma die Initiative itech4school. Erst mal danke dafür. Wenn sich Firmen bei solchen Sachen engagieren, finde ich das immer sehr lobenswert. Viele Firmen sind schließlich nur auf Profite aus, denen ist soziale Gerechtigkeit und entsprechendes Engagement völlig egal. Daher diese lobende Erwähnung.

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Die EBS… Mal wieder

Gestern und heute kamen mehrere neue Meldungen über die EBS (European Buisness School). So langsam mausert sich diese Private Eliteuniversität zu meinem Lieblingsfeindbild. Nicht das diese Schule insgesamt mit 70 Millionen von Stadt und Land gefördert wird und ein Semester dort mal min. 5000 € kostet, nein, jetzt wurde auch noch der Präsident Jahns festgenommen. Warum? Tja ganz einfach: der gute Mann ist noch Mitinhaber von mehreren Schweizer Firmen und so besteht der Tatverdacht der Untreue. Tolle Sache wie mit öffentlichen Geldern umgegangen wird. Allerdings wurde der Haftbefehl erst einmal außer Vollzug gesetzt, da laut Amtsgericht keine Verdunklungsgefahr besteht.

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Safer Internet Day

Heute morgen erschien auf der Mailingliste der Wiesbader Piraten ein schöner Beitrag zu einem Kurier Artikel. Dort hatte der Jugendmedienschutzbeauftragte der Gutenbergschule in Wiesbaden etwas zum Safer Internet Day gesagt. Die Mail auf der Liste brachte den ganzen 3 seitigen Interviewtext gut auf den Punkt daher möchte ich ihn nicht weiter verheimlichen:

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