Methodik des Parteispenden-Monitors
Der Parteispenden-Monitor bereitet öffentlich zugängliche Angaben zu
Parteispenden übersichtlich auf. Diese Methodik beschreibt, welche Daten
erfasst werden, wie sie verarbeitet werden und welche Grenzen bei der
Interpretation zu beachten sind.
Was wird erfasst?
Erfasst werden Parteispenden, die oberhalb der gesetzlichen Schwelle für eine
zeitnahe Veröffentlichung liegen und vom Deutschen Bundestag veröffentlicht
wurden. Soweit in der Quelle vorhanden, enthält ein Datensatz insbesondere:
– die empfangende Partei,
– den Namen der spendenden Person oder Organisation,
– den veröffentlichten Betrag,
– das Spenden- und Veröffentlichungsdatum sowie
– einen Link zur amtlichen Quelle.
Der Monitor bildet damit nur den von der gesetzlichen
Veröffentlichungsschwelle erfassten Ausschnitt der Parteienfinanzierung ab.
Quelle
Quelle sind die Veröffentlichungen des Deutschen Bundestages zu
Parteispenden. Die Angaben werden automatisiert aus den dort bereitgestellten
Tabellen übernommen.
Der Monitor ersetzt die amtliche Veröffentlichung nicht. Bei Unterschieden
oder Zweifelsfällen ist die jeweilige Veröffentlichung des Deutschen
Bundestages maßgeblich.
Aktualität
Die Daten werden regelmäßig abgerufen und sollen neue Veröffentlichungen
zeitnah wiedergeben. Zwischen dem Eingang einer Spende, ihrer Anzeige,
Bearbeitung und Veröffentlichung kann jedoch Zeit vergehen. Auch
nachträgliche Ergänzungen oder Berichtigungen der Quelle sind möglich.
Der angezeigte Datenstand bezeichnet den Zeitpunkt der technischen
Verarbeitung. Er ist keine vollständige Echtzeitabbildung der gesamten
Parteienfinanzierung.
Grenzen der Darstellung
Spenden unterhalb der Schwelle für die zeitnahe Veröffentlichung erscheinen
nicht in dieser Übersicht. Aus ihrem Fehlen darf daher nicht geschlossen
werden, dass eine Partei keine weiteren Spenden erhalten hat.
Die später veröffentlichten Rechenschaftsberichte der Parteien enthalten
zusätzliche und teilweise weitergehende Informationen. Der Monitor ist deshalb
weder eine vollständige Spendenbilanz noch ein Ersatz für diese Berichte.
Die Angaben werden automatisch aus Tabellen ausgelesen. Spenderfelder können
neben Namen auch Titel, Organisationsformen oder Adressbestandteile enthalten.
Unterschiedliche Schreibweisen lassen sich nicht in jedem Fall zuverlässig
derselben Person oder Organisation zuordnen.
Datenverarbeitung
Die abgerufenen Rohdaten werden archiviert, damit der zugrunde liegende
Quellenstand nachvollziehbar bleibt. Anschließend werden die Tabellen in
strukturierte Datensätze überführt.
Beträge werden als Dezimalwerte verarbeitet. Datumsangaben werden in ein
einheitliches Format gebracht. Parteinamen werden bereinigt und bekannte
Schreibvarianten auf kanonische Namen zusammengeführt. So werden beispielsweise
unterschiedliche Groß- und Kleinschreibungen oder bekannte Kurz- und
Langformen einer Partei in der Auswertung gemeinsam gezählt.
Diese Normalisierung verändert nicht den veröffentlichten Betrag oder die
inhaltliche Aussage eines Datensatzes.
Datenqualität
Vor der Veröffentlichung des Exports erfolgen automatische
Plausibilitätsprüfungen. Geprüft wird unter anderem auf:
– fehlende Datums- oder Quellenangaben,
– doppelte technische IDs,
– Beträge unterhalb der erwarteten Veröffentlichungsschwelle,
– ungewöhnlich lange oder kurze Namensfelder sowie
– mögliche Adressbestandteile im Spenderfeld.
Diese Hinweise kennzeichnen mögliche Auffälligkeiten. Sie sind keine
abschließende inhaltliche oder rechtliche Prüfung. Eine Auffälligkeit kann
durch die Darstellung in der amtlichen Quelle bedingt und sachlich
unproblematisch sein.
Keine rechtliche oder politische Bewertung
Der Parteispenden-Monitor dokumentiert und strukturiert veröffentlichte Daten.
Aus der Aufnahme einer Spende oder einer automatisch erkannten Auffälligkeit
wird kein Rechtsverstoß, keine unzulässige Einflussnahme und kein
Interessenkonflikt abgeleitet.
Die dargestellten Beträge und Namen erlauben für sich genommen keine Aussage
über Motive, Gegenleistungen oder politische Entscheidungen. Entsprechende
Bewertungen erfordern zusätzliche Informationen und eine eigenständige
Prüfung.
